Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen, und der morgendliche Kaffee ist den meisten Europäern mittlerweile ein liebgewonnenes Ritual. Dass ebendiese Liebe zumindest in diesem sehr speziellen Fall ihren Anfang, nun, noch tiefer im Verdauungstrakt ihren Ursprung hat, zeigt die folgende Geschichte rund um den weltberühmten „Katzenkaffee“:

Katzenkaffee Kopi Luwak - Feel the World Travel

Selbstverständlich ist mittlerweile bekannt, das der Kaffee aus der Kaffeebohne stammt und nicht in Europa sondern in warmen tropischen Ländern rund um den Äquator angebaut wird. So zum Beispiel in Brasilien, Kolumbien, Äthopien und Vietnam aber eben auch in Indonesien. Und eben dort gibt es eine ganz spezielle Art der „Produktion“ welchen den örtlichen Kaffee zu einer Spezialität und gleichzeitig zum teueresten Kaffee der Welt macht. In den dortigen Kaffeeplantagen aber auch in der freien Natur lebt eine nachtaktive Schleichkatzenart, die Fleckenmusangs (indonesisch: „Musang Luwak“) welche dieser Sorte des Kaffees (indonesisch: „Kopi“) den Namen geben: „Kopi Luwak“.

Katzenkaffee Kopi Luwak - Feel the World Travel

So entsteht der „Katzenkaffee“

Was haben nun aber diese drolligen Tiere mit der Produktion des Kaffess zu tun? Nun ja, das Geheimnis liegt im Appetit der Luwaks auf die Kaffekirschen die an den Pflanzen wachsen. Diese werden mit Wonne verspeist, wobei im Verdaungstrakt allerdings nur das die Bohne umgebene Fruchtfleisch, nicht jedoch die Kaffeebohne an sich verdaut wird. Die sich im Darmtrakt befindlichen Enzyme behandeln diese Bohne jedoch auf eine Weise sodass sie, einmal wieder ausgeschieden, geschmacklich doch ordentlich gepimpt ist.

Katzenkaffee Kopi Luwak - Feel the World Travel

Die Einheimischen sammeln nun die Exkremente der Luwaks auf, waschen und rösten die Bohnen leicht und schwören auf den nun unvergleichen Geschmack dieses Kopi Luwak. Die durch die Darmfermentierung gespaltnenen Proteine verwandlen sich in Aromen, die dem Kaffee die Säure nehmen und somit mild bekömmlich machen. Gleichzeitig ensteht ein gehaltvoller Geschmack der an Sirup und Schokolade, machmal auch an erdigen Dschungel erinnert.

Katzenkaffee Kopi Luwak - Feel the World Travel

Der „wertvollste Kaffee“ der Welt

Da für diesen Katzenkaffee bis zu 50€ verlangt werden, wird natürlich ordentlich gefälscht und gemogelt. Somit ist eine Möglichkeit, diese Kaffespezialität „live“ beim Kaffeebauern und mit den „Produzenten“ zu verköstigen. Auf unserer Feel Bali Tour haben wir getreu dem Motto Feel Culture – andere Länder und Sitten erleben – gelegentlich einen Zwischenstopp bei einer Familie von Kaffeeplantagenbesitzern gemacht, welche nicht nur mehr über Kaffee und sonstige Dschungelfrüchte und Gewürzpflanzen verraten, sondern einen auch mit den zutraulichen Luwaks in Kontakt bringen. Abgerundet wurde das Ganze mit einer Verköstigung zahlreicher Getränke und natürlich der Möglichkeit, den weltberühmten „Katzenkaffee“ zu bestellen.

Katzenkaffee Kopi Luwak - Feel the World Travel

Ergänzung / Anmerkung von Feel the World am 17.06.18:

Die Schattenseiten der Luwak-Haltung

Anhand der Rückmeldungen unserer Reiseteilnehmer ist uns auch eine gewaltige „Schattenseite“ des Kopi Luwak bewusst geworden, die wir in diesem Umfang zuvor nicht auf dem Schirm hatten: Die  Luwaks sind eigentlich wildlebende Tiere, die für die massenweise Produktion des Luxusgutes Kopi Luwak nicht artgerecht, oftmals eingepfercht in Käfigen gehalten und monoton sowie ungesund lediglich durch Kaffeekirschen ernährt werden. Somit geht die Produktion des wertvollen Katzenkaffees leider in den allermeisten Fällen stark auf Kosten der Tiere, die in den Luwakfarmen ein bedauerliches Leben fristen müssen.

Der volle Umfang  dieser Problematik ist uns leider erst nach unseren ersten Besuchen der örtlichen Farm und kritischen Rückmeldungen unserer Reiseteilnehmer (u.a. auf diesen Artikel) bewusst geworden. Entsprechend besorgte Anmerkungen zur Tierhaltung auf der Farm haben wir bereits zuvor ernst aufgenommen, bei der erneuten Prüfung des Angebots waren uns jedoch die offenbar in erster Linie „hinter den Kulissen“ bestehenden Missstände einfach nicht ausreichend aufgefallen. Kurz gesagt: Auch wir sind unter Umständen einem bewusst erzeugten Anschein zum Opfer gefallen.

Euch die Produktion des ortstypsichen Kopi Luwak als Element der örtlichen Kultur zeigen zu können, war der Hauptgrund für unseren bisherigen kurzen Zwischenstopp auf einer Kopi Luwak Farm. Dass wir nicht schon früher und sorgfältiger auch hinter den Kulissen recherchiert haben, ist dabei sicherlich unser Versäumnis. Insgesamt steht für uns fest: Tierquälerei wollen und werden wir nicht bewusst unterstützen. Getreu unserem Motto Feel Responsible widerspräche dies unseren Kernwerten und nicht umsonst leisten wir an anderen Stellen umfangreiche Unterstützung für das Tierwohl in unseren Zielgebieten, sei es durch den unterstützenden Besuch von Natur- und Tierschutzzentren, Spenden im Rahmen unseres Feel the World Hilfsbeitrags oder anderweitigen Support von örtlichen Hilfsorganisationen und -Initiativen zum Tierschutz.

Was können wir tun?

Zum Glück können wir unterm Strich zusammenfassen, dass unsere bisher dreimaligen Besuche einer örtlichen Farm die fragwürdige Kopi Luwak Produktion nicht in einem riesigen Ausmaß unterstützt haben. Fest steht auch, dass wir bis auf Weiteres keine derartigen Besuche mehr anbieten werden – keinesfalls bevor wir uns erneut ganz persönlich ein umfassendes Bild aller Aspekte der Produktion machen konnten. Doch wir wären nicht Feel the World, wenn wir das einfach so stehenlassen würden: Unser Ziel ist, nicht nur keine negativen Auswirkungen in unseren Zielgebieten zu hinterlassen – sondern wo immer möglich einen positiven Unterschied zu machen.

Somit möchten wir gerne für die Zukunft eine positive Veränderung für die Luwaks vor Ort herbeiführen. Doch dafür brauchen wir eure Ideen! Was können wir gemeinsam tun, um hier einen Unterschied zu machen? Es gibt wohl erste Kopi Luwak Produktionen in Indonesien, welche (wieder) die ursprüngliche und nachhaltige Produktion mit freilebenden Luwaks betreiben – vielleicht wäre ein möglicher Ansatzpunkt, zum Beispiel im Rahmen unseres Feel the World Hilfsbeitrags eine Unterstützung für nachhaltige Produktion vor Ort zu leisten. Vielleicht habt ihr ja noch andere Ideen?

Manchmal ist ein kleiner Anstoß der Ursprung für große Veränderung.

Wir würden uns sehr freuen, hierzu eure Ideen zu hören!

Euer Feel the World Team - Feel the World Travel

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