„Nachhaltigkeit“ beim Reisen ist ja mittlerweile in aller Munde. Zu Recht, denn das unser menschliches Handeln nicht nur positive Auswirkungen auf die Umwelt hat, ist mittlerweile jedem bekannt.

Doch wenn ich ehrlich bin, habe ich mich vor meiner Feel Bali Abenteuerreise (vor ungefähr zwei Jahren) wenig bis kaum mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt. Und doch hat mich die Reise und die dabei entstandenen Eindrücke „nachhaltig“ beeinflusst. Seitdem habe ich mich Schritt für Schritt näher mit diesem stark diskutierten Thema, sowohl im Alltag als auch beim Reisen beschäftigt. Ich bin ziemlich froh darum, denn somit hat sich bei mir ein großes Herzensthema entwickelt, welches ich mittlerweile auch innerhalb meines Tourismus-Studiums vertiefen kann. Doch jetzt erstmal eins nach dem anderen. :-)

Was brachte mich auf die Nachhaltigkeit beim Reisen? 

Vorwegnehmen möchte ich, dass ich die Feel Bali Reise damals aus purer Abenteuerlust gebucht habe. Demzufolge habe ich mich zusätzlich zum geplanten Tourablauf auch für einen sogenannten Homestay – eine Übernachtung bei Einheimischen – entschieden. In meiner Vorstellung habe ich mir das vorab sehr interessant und abenteuerlich ausgemalt.

Der Homestay fand gegen Ende der Reise statt, sodass man über die vorhergehenden Reisetage schon sehr viele Eindrücke und Erfahrungen gesammelt hatte. Ich war bis dahin schon überwältigt von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Balinesen. Auch der bisherige Tourablauf mit traumhaften Landschaften, einigen noch touristisch relativ unentschlossenen Orten und tollen Highlights, wie beispielsweise der Vulkanwanderung auf den Mount Batur hat mich beeindruckt. Aber ich war auch geschockt über die Tatsache, dass Bali mit so vielen Problemen, wie zum Beispiel der Vermüllung der Städte und Strände zu kämpfen hat.

Vollgepackt mit diesen ganzen Eindrücken und Emotionen, landeten ein weiterer Teilnehmer und ich nach einer Stunde Busfahrt bei unserer Homestay-Familie: In einem traditionellen Haus wohnten dort drei Generationen zusammen unter einem Dach. Auch wenn die Unterkunft sehr minimalistisch eingerichtet war und die Dusche nur aus einem Wasserschlauch bestand, war ich fasziniert von der lieben und höflichen Art der Menschen. Wir haben zusammen typisch balinesisches Essen gekocht, wodurch meine Liebe zu indonesischem Essen und vor allem zu Tempeh weiter verstärkt wurde. :-)

Nachhaltig reisen auf Bali – gar nicht so einfach

Anschließend konnten wir uns noch etwas intensiver mit unserem Gastgeber „Wayan“ unterhalten. Er erzählte uns von seiner Familie, der balinesischen Kultur und Religion, ihren Ritualen und Aberglauben. Er berichtete aber auch viel über die Entwicklung und die Probleme, mit denen Bali seit dem wachsenden Tourismus zu kämpfen hat. Wie beispielsweise Verwandte und Freunde ihre Reisfelder und damit Einkommensgrundlagen verkaufen sollten, damit dort Hotels gebaut werden können. Wie keinerlei Maßnahmen bezüglich der Verschmutzung durch Plastik und Abfall getroffen werden, weil der Staat mit den Folgen überfordert ist. Und wie viele heilige Orte der Insel immer mehr unter dem großen Zustrom an Touristen leiden und dadurch ihr Gesicht verlieren.

Natürlich hat der Tourismus auf Bali auch positive Seiten: Unser Gastgeber selbst war ein Tour-Guide und profitierte von den vielen Menschen, die die Insel besuchen und mit ihm eine Tour buchten. Jedoch hat mich die Tatsache, dass wir Menschen an einen Ort reisen und uns in der Regel kaum Gedanken über die Folgen für die Einheimischen und die Natur machen, stark zum Nachdenken gebracht. Da sieht man einmal, was intensive und ehrliche Gespräche für einen „nachhaltigen Einfluss“ auf einen haben können. :-)

Unser positiver Unterschied

Insgesamt war die gesamte Feel Bali Abenteuerreise ein einmaliges Erlebnis. Während der Tour wurde auf viele kleine Details geachtet, wie zum Beispiel die liebevoll gestalteten Unterkünfte, in die wir uns alle sofort verliebt hatten. Oder aber auch die Einblicke in die balinesische Lebensweise und Kultur. Zum Beispiel konnten wir zusammen mit einheimischen Frauen die Faltkunst für deren religiösen Opfergaben gestalten. Jeder der schon einmal auf Bali war, weiß wahrscheinlich was ich meine. Die liebevoll gestalteten Opfergaben sind sehr oft in Tempeln, Häusern und Schreinen aufzufinden und ein wichtiger Bestandteil des hinduistischen Glaubens.

Sie bestehen meist aus Palmblättern und sind mit bunten Blüten, Reis oder Räucherstäbchen geschmückt. Um dieses tolle und herzliche Projekt weiter unterstützen zu können, hat sich unsere Gruppe damals auch dazu entschlossen, den Feel the World Hilfsbeitrag an diese Organisation zu spenden. Der Hintergedanke des Hilfsbeitrags ist es, dass bei jeder Tour jeweils 1% des Reisepreises je Teilnehmer an eine örtliche Hilfsorganisation gespendet wird. Mit dieser Spende wird dazu beigetragen, dass die örtliche Kultur und Natur weiterhin fortbestehen kann. Diejenigen, die bereits mit Feel the World verreist sind kennen den Hilfsbeitrag mit Sicherheit und konnten, gemeinsam mit ihren Reisegruppen, bereits einige tolle Projekte und Organisationen unterstützen. 

Mein Ziel: Mehr Nachhaltigkeit beim Reisen

Was mir erst im Nachhinein wirklich bewusst wurde ist, dass die Reise zur Green Season stattgefunden hat. Das bedeutet, dass wir zur Monsunzeit vor Ort waren. Somit konnten wir noch grünere, intensivere Landschaft und Felder zu Gesicht bekommen, als in der eigentlichen Hauptreisesaison. Zusätzlich hatten wir den Vorteil, dass wir die vielen wunderschönen Sehenswürdigkeiten ohne riesige Menschenmassen besichtigen konnten. Feel Bali bestand für mich aus zwei intensiven Wochen, in denen uns nicht nur Sehenswürdigkeiten und Abenteuer geboten wurden, sondern auch Menschen und Ihre Geschichten einen Platz bekommen haben.

Ein weiteres Highlight war übrigens ein traditionell balinesisches Fest, welches wir mit unserem Homestay-Gastgeber besuchen durften. Wir hatten wahrscheinlich sehr großes Glück, dass wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren und diese spontane Aktion miterleben durften. Denn das Fest, die Musik, das Feeling und die Menschen haben für Gänsehaut pur gesorgt. Wirklich magisch! 

Durch meine eindrucksvollen Erfahrungen auf Bali wurde mir schnell klar, dass ich mich nicht nur privat mehr mit dem Thema Nachhaltigkeit befassen möchte. Sondern auch im Rahmen meines Tourismusmanagement-Studiums war für mich klar, dass ich mehr über die Probleme und Lösungen des nachhaltigen Tourismus erfahren und lernen möchte. Durch mein derzeitiges Pflichtpraktikum bei Feel the World bekomme ich mal einen Eindruck, wie Theorien erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden können.

Nun freue ich mich umso mehr auf meine zukünftigen (noch nachhaltigeren ;-)) Reisen, voller Abenteuer und toller Momente… :-)

Vanessa Merk

Studentin an der Hochschule Heilbronn mit dem Schwerpunkt Tourismus & Nachhaltigkeit. Derzeit Praktikantin bei Feel the World mit genau diesem Schwerpunkt. ;-)
Vanessa Merk