Bei einer Serie von Bombenanschlägen in Sri Lanka am Ostersonntag 2019 (21. April 2019) kamen 258 Menschen ums Leben und 500 weitere Personen wurden verletzt. In geringen zeitlichen Abständen wurden drei Kirchen und drei Hotels durch Selbstmordattentäter angegriffen. Nachmittags detonierte ein Sprengsatz in einem in der Nähe des Zoos von Colombo gelegen kleinen Hotel. Zu einer weiteren Explosion kam es in einem Privathaus im Zusammenhang mit einem Zugriff der Sicherheitskräfte. Die meisten Anschlagsorte befanden sich in oder nahe der Hauptstadt Colombo.

Der Hintergrund der Oster-Anschläge

Die Behörden machen eine örtliche, radikal islamistische Gruppierung und heimische Dschihadisten, die Kontakte und Verbindungen zum internationalen Terrorismus hätten, für den Terroranschlag verantwortlich. Der islamische Staat (IS) beanspruchte den Anschlag unmittelbar nach den Vorfällen für sich. Offenbar bestand also bei den Attentaten kein Zusammenhang zur historischen Bürgerkriegssituation in Sri Lanka. Nach statistischen Daten von 2012 sind unter den rund 22 Millionen Einwohnern Sri Lankas 70 Prozent Buddhisten, gut zwölf Prozent Hindus, knapp zehn Prozent Muslime und gut sieben Prozent Christen. Seit 2009 gilt der Bürgerkrieg auf der Insel als beendet und die zuvor 26-jährigen Auseinandersetzungen entfachten nicht mehr erneut. Hier wollen wir dir die Entwicklung der Lage in Sri Lanka nach den Oster-Anschlägen 2019 näher bringen und aufzeigen, was seit den Anschlägen im Land passiert ist und wie sich die aktuelle Lage vor Ort gestaltet.

Attentate waren noch nie ein „Zeichen“

Beschreibungen und Schilderungen die wir uns so in keinem unserer Reiseländer wünschen und dennoch an Ostern 2019 zur traurigen Realität Sri Lankas wurden. Unser Mitgefühl galt damals wie heute den Angehörigen und den zahlreichen Opfern dieser Attentate. Neben der traurigen Hilflosigkeit aus der Ferne schwingt immer auch ein Gefühl von Wut in uns mit wenn wir solche Schlagzeilen in unseren Reiseländern lesen. Wut wegen der immer wiederkehrenden Unmenschlichkeit und dem Egoismus den so viele Menschen während solcher Anschläge in den Vordergrund rücken. Denn auf einen wirklich langen Zeithorizont betrachtet, geht jeder einzelne Anschlag in seiner Bedeutungslosigkeit unter und wird von neuen Ereignissen der Menschheit überschattet. So nehmen Menschen also Verluste und Leid anderer in Kauf um auch nur ein einziges, kurzes Mal ein „Zeichen“ zu setzen. Wie viel Trauer, Verlust, Zorn, Hass und Leid ein solcher Anschlag jedoch bei den Opfern und Angehörigen auslöst, darüber wird nicht einmal im Ansatz nachgedacht. Genau dies ist purer Egoismus.

Nach den Anschlägen in Sri Lanka dominierten selbstverständlich auch hier zuerst die bereits beschriebenen Gefühle und bis heute leiden Menschen unter den Geschehnissen. Immer mit der endlos auftretenden Frage verbunden: Wieso gerade wir? Wieso musste gerade meine Familie mit in dieses Schicksal gezogen werden?

Nach dem 21. April 2019 agierte die Regierung Sri Lankas entschieden gegen die Täter dieser Attentate und ließ sich auf einen Marathon der Aufklärungsarbeit ein. Um die Arbeit fachlich zu unterstützen, zog die Regierung die internationale Polizeiorganisation Interpol zu Rate. In den folgenden Tagen nach den Anschlägen herrschte folglich höchste Alarmstufe in den unterschiedlichen Regionen des Landes und ganz speziell in der Hauptstadt Colombo.

Razzia in Sammanthurai [26.04.2019]

Bereits wenige Tage nach den Anschlägen rundum die Hauptstadt Colombo kam es zu einer Razzia in Sammanthurai im Osten der Insel Sri Lanka. Sprengstoffwesten und Materialien zur Herstellung von Bomben wurden in einem Wohnhaus sichergestellt. Leider kam es dabei nochmals zu 3 Bombenexplosionen und einer Schießerei. 7 muslimische Männer mit der offensichtlichen Verbindung zum Islamischen Staat [IS, eine Fahne des IS wurde auf dem Wohnhaus entdeckt] wurden an diesem Tag von der Regierung festgenommen.

Zeitnah führte die Regierung die nächste Razzia in einem Haus in der Küstenstadt Sainthamaruthu durch [laut Medien ein mutmaßliches Islamistenversteck], hierbei detonierten erneut Sprengsätze beim Einsatz von Polizei und Militär und zahlreiche Leichen von Selbstmordattentätern wurden in dem Haus gefunden. Spätestens zu dieser Zeit fürchteten viele Einheimische die Rückkehr des Bürgerkriegs der ungefähr 30 Jahre der Vergangenheit Sri Lankas prägte. Das Auswärtige Amt riet zu dieser Zeit von Reisen nach Sri Lanka ab und wies auf die Gefahren in den zuvor beteiligten Regionen ab. Deutsche Reiseveranstalter holten ihre Reisenden unmittelbar aus Sri Lanka zurück und stoppten vorerst alle weiteren Reisen in Richtung Sri Lanka bis zum Sommer 2019.

Erste Ermittlungserfolge Sri Lankas & Interpol [07.05.2019]

Etwa zweieinhalb Wochen nach den Anschlägen erreichte die Polizei Sri Lankas dann zum Glück erste „Erfolge“ und konnte viele weitere Verdächtige und mögliche Mittäter eines weit gespannten Terrornetzwerkes in Gewahrsam nehmen. Insgesamt 73 Personen und einige Mengen zusätzlicher Sprengstoff für weitere geplante Anschläge nahm die Regierung in Beschlag, unter den Verdächtigen auch neun Frauen. Ergebnis der ersten Erfolge war unter anderem auch die Aufhebung der Ausgangssperre der Regierung.

Das Auswärtige Amt lockert Sicherheitsbedenken [28.05.2019]

Nach ca. 6 Wochen Aufarbeitung der Regierung Sri Lankas in Zusammenarbeit mit der internationalen Polizeiorganisation Interpol senkte das Auswärtige Amt in Deutschland wieder die Sicherheitsbedenken für Auslandsreisen nach Sri Lanka, wies aber dennoch darauf hin, dass empfohlen wird öffentliche Plätze weiterhin zu meiden. Am Flughafen sollten Reisende weiterhin mehr Zeit einplanen, da die Kontrollen durchaus weiterhin ausgiebiger durchgeführt werden könnten. Fahrten zum Flughafen waren in dieser Zeit mit einem gültigen Reisepass trotz möglicher Ausgangssperren erlaubt.

Hauptverdächtigter gefasst [14.06.2019]

Im Juni des Jahres konnte die Regierung einen weiteren Erfolg verzeichnen und den hauptverdächtigen Singhalesen des Oster-Attentats auf Sri Lanka fassen. Mit dazu nahm die Polizei seine vier unterstützenden Mittäter in Haft. Das Ermittlerteam der Interpol identifizierte den 29-jährigen in Saudi Arabien und ließ ihn unmittelbar an Sri Lanka ausliefern.

„Die Festnahme und Auslieferung eines der Hauptverdächtigen der Bombenanschläge in Sri Lanka ist ein wichtiger Schritt in der laufenden Untersuchung“, erklärte Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock laut eines Medienberichts.

Einer der Festgenommenen ist demnach eine ranghohe Führungsfigur der Islamistengruppe NTJ, die sehr zeitnah für die Anschläge vom Ostersonntag verantwortlich gemacht wurde. Mohammed Milhan wurde zudem im Zusammenhang mit der Tötung zweier Polizisten im Osten Sri Lankas gesucht. Dort hatte NTJ-Anführer Zahran Hashim seine Basis. Hashim war einer der Selbstmordattentäter der Anschlagsserie von Ostern. Die internationale Polizeiorganisation Interpol schickte bereits kurz nach den Anschlägen ein Experten-Team nach Sri Lanka. Das Team wurde auf Ersuchen der Behörden Sri Lankas eingesetzt und solle die Ermittlungen nach der Anschlagsserie zusätzlich unterstützen. Es bestand unter anderem aus Spezialisten mit Expertise in den Bereichen Tatortuntersuchung, Sprengstoff, Terrorismusbekämpfung und Opferidentifizierung. Die Regierung Sri Lankas hat nach den Anschlägen auf christliche Kirchen und Luxushotels mehr als hundert Verdächtige mit Verbindungen zur NTJ und zu Hashim festgenommen. Festnahmen gab es nach Angaben der Armee Sri Lankas neben Saudi-Arabien auch in dem kleinen aber einflussreichen Staat Katar. Bei der Anschlagsserie waren am 21. April insgesamt 258 Menschen getötet und fast 500 weitere verletzt worden. Sri Lankas Regierung macht zwar die NTJ offiziell für die Anschläge verantwortlich, glaubt aber, dass sie Unterstützung aus dem Ausland hatte. Die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) beanspruchte die Anschläge für sich.

Deutsche Reiseveranstalter nehmen Programm wieder auf [01.07.2019]

Seit dem 29.05.2019 [TUI Reisen] und seit dem 01.07.2019 [DER Touristik und Thomas Cook] nahmen die ersten deutschen Reiseveranstalter ihre Programme für Sri Lanka wieder auf und führen ihre Sri Lanka Angebote wieder wie gewohnt durch. „Wie gewohnt“ klingt dabei etwas blauäugig, selbstverständlich wird ein weiterhin intensiver Blick auf die politische & gesellschaftliche Entwicklungen Sri Lankas geworfen und etwaige Dynamiken lassen eine Programmveränderung für den Reisenden folgen.

Sicherheit auf Feel the World Reisen

Wir von Feel the World Travel beobachten die aktuellen Sicherheitslage in unseren Reiseländern täglich und halten selbstverständlich ständigen Kontakt zu all unseren Leistungsträgern und Partnern vor Ort. Sollten sich Sicherheitsbedenken im Hinblick auf unsere Abenteuerreisen herausstellen, wirken wir auf diese aktiv ein und verändern notfalls das Angebot oder das Routing unserer Feel the World Abenteuerreisen. Dies gilt natürlich auch für unsere Feel Sri Lanka Abenteuerreise.

Ein aktuelles Stimmungsbild (Stand 30.08.19) des Alltags und der Sicherheitslage in Sri Lanka liefern unsere Freunde und Partner vor Ort in unserem Artikel: Der Alltag kehrt nach Sri Lanka zurück.

Unsere Betroffenheit und unser Mitgefühl gelten nach wie vor den betroffenen Familien und Angehörigen der Anschläge im April. Wir von Feel the World Travel glauben auch in solchen Situationen fest an die langfristige Kraft der Menschlichkeit. In Gedanken an die Opfer der Attentate hoffen wir auf eine ruhige und friedliche Zukunft in Sri Lanka.

Euer Feel the World Team

Feel the World Travel

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