Wie eine Strandlodge in Myanmar Corona trotzt

von | 12.10.2020 | Feel Culture, Myanmar

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Hey liebe Feel the World Traveler,

es sind besondere Zeiten und fernweh-weckende Stories aus der Welt des Reisens sind schwerer zu finden als sonst. Deshalb möchten wir euch heute von der nachhaltig orientierten Lalay Lodge berichten, welche wir auch auf unserer Feel Myanmar Abenteuerreise besuchen. Lest hier, wie die Lodge sich durch die trüben Corona-Zeiten rettet und sich die Mitarbeiter darauf vorbereiten, bald hoffentlich wieder Gäste empfangen zu können.

3 Monate offen…und dann kam Covid-19

Wie alle von uns, hat Covid-19 auch die Lalay Lodge am idyllischen Ngapali Beach in Myanmar getroffen. Nur 3 Monate nach der offiziellen Eröffnung unserer brandneuen Lodge wurden alle Strände im burmesischen Rakhine State für die Öffentlichkeit geschlossen. So natürlich dann auch die Lodge. Eigentlich wäre die Lodge über die Tage des nationalen Wasserfestivals voll ausgebucht gewesen, doch so musste die Lodge unvorhergesehen zum 1. April 2020 schließen. Dies waren die frühen Tage des Covid-19 Virus und die Menschen waren sehr ängstlich.

Myanmar in der Angst der ersten Corona-Tage

Ich erinnere mich daran, wie ich auf den Thandwe Market in Yangon gegangen bin und Leute vor mir wegliefen, weil ich als Ausländer den fürchterlichen Virus haben könnte. Natürlich unterscheidet der Virus nicht zwischen verschiedenen Nationalitäten. Doch damals wurde der Virus in Myanmar als etwas wahrgenommen, das von „Übersee“ ins Land getragen wird. Natürlich gab es in dieser Wahrnehmung bei mir als „Westler“ eine höhere Wahrscheinlichkeit, den Virus zu haben. Zumindest höher als bei den lokalen Fischverkäufern, die immer am selben Ort anzutreffen waren.

Wir wir das Team beschäftigt hielten

Die nächste große Entscheidung, die wir treffen mussten, war: Was machen wir mit unseren Angestellten? Die meisten Hotels im Land trafen die Entscheidung, ihre Angestellten „gehen zu lassen“. In Zeitungsartikeln las ich immer mehr davon, dass Angestellte über diese Zeit „beurlaubt werden“ – ein Begriff, den ich zuvor noch nie so richtig wahrgenommen hatte. In westlichen Ländern subventionierten die Regierungen diese „Beurlaubungen“. In Myanmar gibt es so etwas nicht, ebensowenig wie ein starkes soziales Sicherheitsnetz. Hier kümmern sich eher die Familien und lokalen Gemeinden um ihre Mitglieder, weniger der Staat. Wohl einer der Gründe, warum Myanmar zu den wohltätigsten Ländern der Welt zählt?

Mit kompletter Belegschaft durch die Krise

Eines unserer großen Ziele beim Aufbau der Lodge war immer gewesen, bedeutsame Jobs für die lokale Community zu kreieren. Diesem Weg folgend, entschieden wir uns dazu, alle unsere Mitarbeiter im Dienst zu behalten und ihnen weiterhin die übliche Nebensaison-Bezahlung auszuzahlen. Auch wenn wir keine Gäste mehr hatten. Also machten wir eine lange To-Do-Liste an Dingen, die wir während der Krise abarbeiten wollten. Dazu gehörten Wartungsarbeiten, Aufräumen und Saubermachen ebenso wie die persönliche Weiterentwicklung der Mitarbeiter.

Lernen, putzen und Covid-19 Training

Nicht zu lange nach der „ersten Corona-Welle“, begannen die Dinge in Myanmar wieder normaler zu laufen. Ein nahegelegenes Englisch-Sprachzentrum setzte die bereits vor der Krise begonnenen Sprachkurse für unsere Mitarbeiter fort. Da wir die Lodge mit Solarenergie betreiben, kostet uns die Energie für Klimaanlagen nichts und wir führten ein System zur regelmäßigen Belüftung der Zimmer ein. So sollen die Räume von Schimmel freigehalten werden, der sonst durch die feuchte Meeresluft leicht in ungenutzten Zimmern entstehen kann. Unsere Mitarbeiter arbeiteten rotierend an ein paar Stunden pro Tag, um alles sauber zu halten und Schäden durch z.B. fallende Kokosnüsse zu reparieren (die bei einem starken Sturm gerne mal auftreten können).

Als die ersten Hotels im Land wieder eröffneten, begannen auch wir mit Covid-19 Hygiene-Training: Abstand halten, Masken tragen, regelmäßige Desinfektion von Oberflächen und Zimmern…etc. Wir erhielten sogar ein paar Anfragen für Aufenthalte, vorwiegend von Leuten die in Yangon lebten – doch die Behörden erlaubten leider noch keine Rückkehr von Touristen zu uns an den Ngapali Beach.

Bereit zur Wiedereröffnung

Anfang September 2020 waren wir bereit zur Wiedereröffnung. Wir hatten zusätzliche Waschbecken installiert, alle Trainings absolviert, Trennscheiben an den Tischen angebracht und alles für den Antrag zur Wiedereröffnung vorbereitet. Die Regierung hatte auch schon begonnen, ersten Hotels die Erlaubnis zur Öffnung zu geben, sofern sie die 59 Regularien zur Covid-19 Prävention erfüllten. Doch genau dann gab es erstmals seit Wochen wieder erste Corona-Fälle im Land und das machte alle Pläne zur Wiedereröffnung von Hotels im Rakhine Staat schnell wieder zunichte.

Es ist Oktober, und wir sind noch geschlossen

Am 1. Oktober ist normalerweise der Start der touristischen Hochsaison in Myanmar. Dieses Jahr ist das natürlich ganz anders. Die Sonne scheint, der Strand und das Meer sind umwerfend und das ganze Lalay Lodge Team ist begierig darauf, wieder Gäste zu empfangen

Doch die zweite Covid-19 Welle ist in vollem Gang und die Regierung tut ihr Möglichstes, um die Anzahl der Fälle möglichst gering zu halten. Die lokalen Behörden versuchen, Bewegungen im Land auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Natürlich bleiben auch wir angesichts der Umstände weiterhin geschlossen. Wir zahlen unseren Angestellten weiterhin ihre Gehälter. Dies ist wichtig für deren Familien und die örtlichen Gemeinden. Gleichzeitig wissen wir nicht, wie lange wir das noch können.

Meine persönliche Sicht auf die Krise

Irgendwie glaube ich daran, dass wir akzeptieren müssen was uns auf unserem Weg begegnet. Ich denke auch, dass die Regierung von Myanmar sich im Angesicht der weltweiten Covid-19 Panik logisch und zielführend verhalten hat. Ich selbst habe keine Angst vor den Auswirkungen von Covid-19, denn ich lebe in Myanmar. In einem tropischen Land lebt man mit der permanenten Gefahr, an Krankheiten wie Dengue-Fieber oder Tuberkulose zu erkranken. Dafür bleibe ich von so manchen „westlichen“ Krankheiten verschont, wie Fettleibigkeit zum Beispiel. 😉

Was ist schlimmer: Das Heilmittel oder die Krankheit?

Doch was mich besorgt, ist die immernoch sehr starke Reaktion von Regierungen und Medien weltweit, um den Virus mit aller Macht zu besiegen. Dieser aussichtslose Kampf ohne Rücksicht auf Verluste, löst viel weitreichendere -von Corona unabhängige- Katastrophen für Millionen Menschen aus. Laut der Weltbank werden durch die Krise über 100 Millionen Menschen zurück in extreme Armut rutschen. Das wird Auswirkungen auf die Gesundheit und die Lebenserwartung der Menschen haben. Ich sehe die Konsequenzen der Covid-19 Pandemie um mich herum, und bei weltweiter Betrachtung frage ich mich:

Ist nicht vielleicht das Heilmittel schlimmer als die Krankheit?

Edwin Briels, Gründer Lalay Lodge

Hinweis: Wir haben die Inhalte dieses Artikels vom englischsprachigen Original übernommen und übersetzt – die Urheberrechte liegen bei der Lalay Lodge und beim Autor des Artikels, Edwin Briels.  Lies hier mehr zu unserem Feel the World Corona- und Hygienekonzept und wie wir als Reiseveranstalter bisher durch die Corona-Krise kommen!

Autor: Feel the World Travel

Feel the World steht für ein ganz besonderes Lebensgefühl und ist unser Versprechen an dich: Mit uns reist du nicht nur nachhaltig durch fremde Länder – sondern du erlebst die Welt mit allen Sinnen.

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